Gedichte (121)

Ich wäre gern ein alter Mann

Ich freu mich schon auf meine Rente
Sitz stundenlang entspannt im Park
Füttere mal hier ne Ente
Geh mal da ein Stück spazieren
Ess selbst ganz viel Pürree und Quark
Hab Zeit zu Schreiben, Zeit zu lesen
Lass vom Essen mich verführen
Nie ist es so entspannt gewesen


Jetzt ist Zeit es zu genießen
Landschaft, Leben und Kultur
Seh die Blumen wie sie sprießen
Bestaune Wunder der Natur

Am Abend setze ich mich dann
Schön gemütlich an mein Fenster
So dass ich alles sehen kann

Nicht Tiere oder gar Gespenster
Nein, ich mein die jungen Leute
Ausgehfreudig auf der Balz
Beschau mir ruhig die ganze Meute
Öle mir noch kurz den Hals

Dann bring ich laut Beschwerden an

Dass früher alles besser war
Frau noch Frau und Mann noch Mann
Musik noch gut, Freundschaft noch wahr

Die Hosen längst nicht so zerrissen
Keine Piercings und Tattoos
Die Schuhe noch nicht so verschlisssen
Keine Handys, mehr Tabus

Den ganzen Abend wird gepöbelt
Jeder lässt mich alten Mann
Ich sitz da, ganz unvermöbelt
Und schau mir ihren Ärger an

Frei von der Leber weg zu schießen

Und den ganzen Lebensrest
Narrenfreiheit zu genießen
Ich weiß schon jetzt:
Das wird ein Fest

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