Gedichte (209) – Ein altes Märchen

Arno Wilhelm – Ein altes Märchen

Es war einmal ein ganz altes Märchen
Das hatte schon reichlich an weißgrauen Härchen
Es war an den Ecken ganz abgenudelt
Verschmutzt, verdreckt und elendig besudelt
Es liebte es nur, wenn du zitterst und bangst
Es war das Märchen von der großen Angst

Lange waren es Krankheiten aller Couleur
Verschafften der Angst tagtäglich Gehör
Doch sie nutzten sich leider ab mit der Zeit
Ein anderes Thema stand allzeit bereit

Ja, Ausländer konnte das Märchen sehr gut
Ernährte sich von all der erzeugten Wut
Von der Angst ließen die Menschen vorzüglich sich stressen
Irgendwas musste das Märchen halt essen
Schau wie der aussieht, redet und lacht
Da wäre Angst jetzt wohl angebracht
Riech wie der riecht und schau wie er guckt
Bis bei jedweder Fremde die Angst in dir zuckt

Die wollen für sich alle doch nur unser Bestes
Und hinterlassen uns hier kein Stückchen des Restes
Die wollen wohl alle so leben wie wir
Doch jetzt leben natürlich klar wir doch schon hier

Da kann nicht einfach jeder kommen und gehen
Seit Millionen von Jahren bleiben Menschen bestehen
Genau wie sie waren, samt Reichtum und Bier
Die Deutschen die lebten seit jeher schon hier

Das Märchen ist heute schon ganz fettgefressen
Glücklich elitär und erfolgsversessen
Es trifft seinen Freund, heute wird schön gekegelt
Sein bester Freund ist der Glaube, dass der Markt alles regelt

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