Gedichte (18)

Ich schreib irgendwie in letzter Zeit deutlich mehr Gedichte als Texte, mal schauen wann sich das wieder ändert. Hier ein weiteres Gedicht aus meinem Urlaub…

Ode an die kleine Stadt

Kleinstadt, auf ein Wort,
ich hab mit dir zu reden,
schon vor Jahren ging ich fort,
wollt hier auf keinen Fall mehr Leben,

Du mit deinen paar Geschäften,
in denen doch niemand verkehrt,
Kneipen, wo jeder kleine Funken Lärm,
schon reicht damit sich wer beschwert

Der Staat braucht nichts zu überwachen,
denn man kann ja gar nichts tun,
und an allen Fenstern stehen Rentner,
die immer gucken, niemals ruhen,

Jeder kennt dich und deine Eltern,
und du kennst seine Eltern auch,
weiß alles, was du je getan,
Datenschutz ist Schall und Rauch

Schöne Natur, noch unverbaut,
Einfach, dörflich, da ist keiner,
Der über den Rand des Tellers schaut,
Und seinen Weg geht auch kaum einer,

Die Dorfzeitung zementiert den Klatsch,
An jeder Ecke wird getratscht,
Nichts passiert, Reporter schreiben,
schon wenn‘s mal einen Frosch zermatscht,

Die gleichen Gesichter in den Kneipen,
Die gleichen Drinks, der gleiche Mist,
Hundert Gespräche die sich gleichen,
Bis wieder Wochenende ist,

Ach, Kleinstadt, wie hab ich dich damals gehasst,
Berge, Natur, die schöne Sicht,
Und auch wenn der Hass langsam verblasst,
Hier bleiben möcht‘ ich nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.