Gedichte (141)

Sicher

Der Baum ist ganz prächtig geschmückt
Hoch auf ein Podest gestellt
Die Kinderaugen sind entzückt
Weil er gar so gut gefällt

Als wär nicht artig er gewesen
Wurd‘ der Baum fest eingezäunt
Um ihn vor dem kleinen Wesen
Zu sichern das ihn jetzt verträumt

Beguckt und auch betasten würd
Ebenso die schönen Kerzen
Das Kind, es ist zum Glück ganz still
Und schreit nicht etwa laut vor Schmerzen

Denn auch die Kerzen sind hoch droben
Gibts ob des Aufwands auch Gekicher
So kann das Kind hier doch ruhig toben

Es weihnachtet gar kindersicher

BABYPOesie – Gedichte mit Bauchzwerg (1)

Hallo ihr Lieben,

es gibt ein neues Buch von mir und ich bin sehr stolz darauf, wie schön es geworden ist. Mein dritter Gedichtband erscheint dieser Tage, ist schon bestellbar  und hört auf den Namen „BABYPOesie – Gedichte mit Bauchzwerg“ . Er erscheint wie auch schon der Roman bei Periplaneta. Es ist der erste Gedichtband, der einem klaren Thema folgt und keine reine Textsammlung ist. Das Buch enthält Gedichte über den Kinderwunsch, das Ticken der biologischen Uhr, Schwangerschaftstests (im positiven wie im negativen Sinne), über die Zeit der Schwangerschaft, den Geburtsvorbereitungskurs, das Wochenbett und die Stillzeit. Es war mir eine große Freude all das zu durchleben und ich hoffe, euch werden die Gedichte gefallen.
Wer Facebook-Seiten mag, der möge bitte diesem Link folgen.

Der Gedichtband kostet 10 € und kann auf der Verlagsseite, bei Amazon und auch per Mail an larry (ät) arno-wilhelm.de bestellt werde.

Es sind 73 Gedichte auf 118 Seiten. Für das wunderhübsche Cover und die Kapitelillustrationen zeichnet sich Nicole Altenhoff verantwortlich und ich bin ihr sehr sehr dankbar dafür.

Zum Schluss des Posts folgt noch ein Gedicht aus dem letzten Kapitel des Buches.
Lasst es euch gut gehen,

Liebe Grüße,
Arno / Larry

Träumer

Er träumt und zappelt mit den Händen
die Augen, die Verzückung spenden
sind nun schon lange fest verschlossen
doch er strampelt unverdrossen
Ob er Berge grad besteigt?
Tigern linke Haken zeigt?
Von riesengroßen Brüsten träumt?
Von Milch, die wogend überschäumt?
Von Hawaii und Cocktails schlürfen
Von dem was die Erwachsenen dürfen?
Rock’n’Roll und Party-Leben?
Feiern, Tanzen, Geld ausgeben?
Leider, leider weiß ich’s nicht
doch schau mal da in sein Gesicht
er lacht im Schlaf in sich hinein
es müssen wohl doch Brüste sein

Gedichte (133)

Weiter Weg

Ein weiter Weg liegt vor
Und ein weiter hinter uns
Die Temposchwankungen der Zeit
Sind ihre eigene, feine Kunst

Heut hab ich nicht viel zu sagen
Keine neuen, offenen Fragen
Nur schöne simple Lebensfreude
In diesem standfesten Gebäude
Das uns unsere Liebe baut
Wo man sich schützt und sich vertraut

Heut wollt‘ ich nur, dass ich dir sag:
Ich freu mich über jeden Tag

Gedichte (126)


Ungewissheit

Ich warte, sitze, denke nach
Träum Zukunftsträume Tag für Tag
Steh an der Kreuzung, darf nicht gehen
So viel voraus, doch nichts zu sehen
Tausend Wege, nur ein Ziel
Glücklich sein in diesem Spiel
Glücklich sein, glücklicher werden
Sich tagtäglich selber erden
Um nicht so hoch hinaus zu streben
Und dennoch nicht zu klein zu Leben
Nicht voller Angst, nicht arrogant
Ich selber hab es in der Hand
Den perfekten Weg zu finden
Mich auf Arbeit oft zu schinden
Dann mühsam Freizeit freizumachen
Für alle jene tollen Sachen
Von denen ich auf Arbeit dann
Beim ackern noch berichten kann

Bis zur Rente, Jahr für Jahr
Steh ich dann und wann am Tresen
Zurückblickend auf das was war
Und auf das was wär gewesen
Festgefahren und unbändig
Mittelmäßig, bodenständig

Irgendwie macht’s keinen Spaß
Das perfekte Mittelmaß

Gedichte (125)


Blut und Wasser

Sie sehen mir so ähnlich
Und sind mir doch so fremd
Die Zeit vergeht gemächlich
Gespräche sind wie stets gehemmt

Kaum etwas verbindet uns
Erinnerung und DNA
Alles ist nur Schein und Dunst
Schall und Rauch und viel Blabla

Blut ist dicker als Wasser
Doch Wasser hilft beim Überleben
Tag für Tag nicht aufzugeben
Der Mensch lebt nicht vom Blut allein
Vom Kind, Neffe und Enkel sein

Uninformiert sind sie und ich
Desinteressiert und neugierig
Gerade nah und doch so fern
Wie ein grad verblasster Traum

Irgendwie hab ich sie gern
Und kenne sie in Wahrheit kaum

Bald schon reis ich wieder ab
Ein bisschen froh dass ich sie hab
Der Mensch lebt nicht vom Blut allein
Doch ohne es kann man nicht sein

Gedichte (124)


Einen wunderschönen guten Abend,
der November ist vorbei, der NaNoWriMo im dritten Anlauf endlich geschafft und für den Dichtungsring vergangenen Dienstag habe ich auch ein paar neue Texte geschrieben, die ich euch nicht vorenthalten will. 
Bald kommt hoffentlich auch ein neuer Teil von „Hinter verschlossenen Türen“.
Bis die Tage,
Arno / Larry
 
Ein Vorschlag
 
Wenn Berlins Luft auf mir lastet
Meine Lungen mir verspastet
Denk ich jedes Mal voll Wonne
An weiße Strände, Meer und Sonne
Dann wär ich jedes Mal so gern
In Südfrankreich, Cote d’Azur
Nur die Sprache hält mich fern
Ich kann da rein gar nichts für
Bin nicht fähig sie zu lernen
Bin des Englischen zwar mächtig
Das funktioniert ganz wunderprächtig
Doch ist’s in England kalt wie hier
Was hilft die Sprache wenn ich frier?
Drum hätt’ ich’s gern
Und möcht‘s bald sehen
Dass die Franzosen mir jetzt lauschen
Und entweder Englisch lernen
Oder mit den Briten tauschen

Gedichte (120)

Einen wunderschönen guten Tag,

der nächste Teil von „Hinter verschlossenen Türen“ lässt leider noch etwas auf sich warten, dafür gibt es jetzt erstmal ein paar Gedichte. Da ich auch dieses Jahr wieder am National Novel Writing Month teilnehme, wird es den nächsten Teil der Erzählung leider erst Mitte Dezember geben, dafür kommen sie ab da dann auch wieder schön regelmäßíg.
Ich wünsche euch viel Spaß mit den Texten, die für den gestrigen Dichtungsring entstanden sind.

Beste Grüße
Arno / Larry


S-Bahn fahren

Und schon wieder S-Bahn fahren
Um mich herum blühen Geschichten
Manch einer tönt mit Großgebahren
Ein anderer ruht zwischen zwei Schichten
So viele beisammen und jeder allein
Zwischen Trends und Moden
Zwischen Sein und Schein
Sie blicken zu Boden
Und sehen sich nicht

Ich sitz hier inmitten
Und schreib ein Gedicht
Über Wünsche und Bitten
Und all jene Sachen
Die die Wesen um mich
Zu Menschen machen
Die in jedes Gesicht
Die Züge meißeln
Und so viel erzählen
Wie sie sich geißeln
Und quälen
Was sie erleben
Wie sie ihr Geschick
In die Tage verweben
Meist genügt schon ein Blick
Und der Stoff reicht mir Jahre
Zum Schreiben und Grübeln
Das was ich erfahre
Dürft ihr mir nicht verübeln
Ich rate ja nur
Und interpretiere
Auf weiter Flur
Und analysiere
Was mir so
begegnet in meiner Welt

Ins Auge mir fällt
Tagtäglich in Scharen
beim S-Bahn fahren

Gedichte (118)

Guten Abend werte Leserschaft,

es kommt hin und wieder vor, dass man ein Gedicht aus einem wichtigen, politischen oder gesellschaftlichen Anlass schreibt. Das folgende Gedicht passt in keine der beiden Kategorien so richtig, es ist entstanden, weil ich bei der Lesebühne „Vision & Wahn“ bei Periplaneta eingeladen war und einen Text zum Thema des Monats schreiben sollte, das „Ich ess Blumen“ lautete. Es mag nicht sehr geistreich sein, aber ich wollte ihn euch dennoch nicht vorenthalten.
In den nächsten Tagen wird es hoffentlich ein paar neue Blogeinträge geben, unter anderem mit dem ersten Teil der Fortsetzung von meiner Erzählung „Dem Ende entgegen“.

Fühlt euch gegrüßt,

Arno / Larry

Ernährungsgewohnheiten eines mitteleuropäischen Großstadtbewohners zur Sommerzeit

Ich ess Blumen
von der Blüte zu den Krumen
Auch Stiel und Blätter
Bei Wind und Wetter
Von früh bis spät
Mach ich Diät
Doch wenn bei Nacht
Der Hunger lacht
Ess ich Döner
Das ist schöner

Gedichte (116)

Auf der Straße
Nein, ich möchte nicht spenden
Und ich unterschreib
Nichts auf deinem Klemmbrett
Also bleib mir vom Leib
Ich lauf nicht so eilig hier durch Gegend
Weil ich ein Mensch bin dem langweilig ist
Der Dialog sucht und so gerne bewegend
Erörtert dass die Welt schrecklich unheilig ist
Auch die Kopfhörer, die mir die Ohren verschließen
In Verbindung mit meinem starrenden Blick
Lassen den weisen Geist darauf schließen
Vor diesem Mann treten wir lieber zurück
Der hat’s eilig und will keine Vorträge hören
Sei das Thema auch noch so prekär
Deshalb werden wir den jetzt lieber nicht stören
Und machen uns doch über die Touris her
Mein Desinteresse gilt auch nicht dir als Person,
Naja, obwohl, also irgendwie schon
Aber es ist nicht persönlich
Tust ja nur deinen Job
Wenn auch mehr als gewöhnlich
Doch ich weiß nicht recht ob
Deine Taktik mich hier am Ärmel zu ziehen
So klug ist, man hört ja so oft, Berlin
Sei so ne harte, gefährliche Stadt
In der manch einer ein kleines Aggressionsproblem hat
Ich tu dir schon nix, ich wollte’s nur sagen
Komm später nich an mit Jammern und Klagen
Wenn dir dann doch wer kraftvoll gestresst
Zeigt dass man von Fremden die Finger weglässt
Wenn du mir jetzt nicht mehr meiner Zeit abverlangst

Dann geh ich jetzt weiter und – nur keine Angst.

Gedichte (115)

Nein, Frau Doktor
Nein, Frau Doktor, so glauben sie mir
Wäre alles wie immer, wär ich jetzt nicht hier
Schon klar, die Befunde sind inkonklusiv
Nicht schlüssig genug, nicht informativ
Und es ist ja nicht so, dass ich’s nicht versteh
Das Quartal geht zuende und auch ihr Budget
Doch es schmerzt nunmal jetzt und nicht erst in zwei Wochen
Es krampft und ich habe mich mehrfach erbrochen
In den drei Stunden im Wartezimmer
Und es wurden beim Warten auch die Bauchschmerzen schlimmer
Ich hatte natürlich auch keinen Termin
Weil bis vor kurzem ja alles noch einwandfrei schien
Nein? Sie können  da leider nichts für mich tun?
Ich hab keine Zeit um mich auszuruhen
Okay, ist schon gut, ich hab’s ja kapiert,
Ich bin ja auch keiner, der lang diskutiert
Sie verschreiben mir nichts mehr dieses Quartal
Haben da selber auch gar keine Wahl
Dann koch ich mir jetzt was, das ganz schrecklich schmeckt
Und hoffe auf den Placebo-Effekt
Und sollt’ ich gesunden und doch nicht krepieren
Werd‘ ich am ersten hier her marschieren
Und ganz ehrlich, Frau Doktor, da möchte ich dann
Aber zum Ausgleich das volle Programm
Spritzen, Tabletten und frischen Verband
Impfungen für Füße, Herz, Hirn und Hand
Antibiotika bis mir der Magen erweicht
Damit’s diesmal dann auch bis zum Quartalsende reicht