{"id":87,"date":"2014-01-03T15:58:00","date_gmt":"2014-01-03T14:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/arnowilhelm.wordpress.com\/2014\/01\/03\/hinter-verschlossenen-turen-8"},"modified":"2014-01-03T15:58:00","modified_gmt":"2014-01-03T14:58:00","slug":"hinter-verschlossenen-turen-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arno-wilhelm.de\/?p=87","title":{"rendered":"Hinter verschlossenen T\u00fcren (8)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/intern.arno-wilhelm.de\/hvt\/ArnoWilhelm-HVT.pdf\" target=\"_blank\">Hinter verschlossenen T\u00fcren &#8211; PDF<\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>8.\u00a0 Kapitel<\/p>\n<p>Ein Stromsto\u00df durchzuckte ihn und Peter fluchte leise. Er war nicht richtig bei der Sache.<br \/>\n\u00bbOkay, neuer Versuch.\u00ab<br \/>\n\u00bbBist du bald fertig?\u00ab<br \/>\nLisa-Marie wirkte gereizt. Das hier war nicht ihre Aufgabe, nicht ihre Welt. Sonst trat sie erst auf den Plan, wenn es f\u00fcr sie auch etwas zu tun gab. Aber seit Skinnys Tod waren sie gezwungen, eine Menge Pl\u00e4ne umzuwerfen. Auch Peter besch\u00e4ftigte sich normalerweise, wenn er einen Job geplant hatte, nicht mit Kleinigkeiten wie diesen Sicherheitsschleusen. Das verst\u00e4rkte seine Nervosit\u00e4t nur unn\u00f6tig. Er zwang sich zur Ruhe und probierte es erneut. Langsam schob er die beiden Drahtenden in den Spalt, der die Code-Karten der Mitarbeiter aufnahm, die f\u00fcr eine Fingerabdruck-Identifizierung nicht wichtig genug waren. Dabei handelte es sich fast ausschlie\u00dflich um Studenten in Forschungsprojekten. Er und Lewandowski hatten den Aufbau der Schleusen lange studiert, bis ihnen diese Art von \u00dcberbr\u00fcckung in den Sinn gekommen war. Doch der Spalt war d\u00fcnn und Peter durfte nicht abrutschen, wenn er Stromschl\u00e4ge vermeiden wollte. Beim dritten Versuch klappte es endlich. An der Platine, die mit den Dr\u00e4hten verbunden war, leuchtete ein L\u00e4mpchen auf, dann \u00f6ffnete sich mit einem leisen Surren die Schleuse. Danach war die zweite Schleuse ein Kinderspiel. Peter wischte sich den Schwei\u00df von der Stirn. Solche Aufgaben hatten bisher immer Skinny oder einer seiner Kollegen \u00fcbernommen, doch auf die Schnelle war es nicht m\u00f6glich gewesen, ad\u00e4quaten Ersatz zu finden. Zuviel hatte ihm an Skinny gelegen. Er hinterlie\u00df als Freund und Kollege eine L\u00fccke, die schwer zu f\u00fcllen sein w\u00fcrde. Kein moderner Einstein, aber ein loyaler Mann, auf den man sich verlassen konnte. Der Doc hatte ihnen erkl\u00e4rt, dass ein Blutgerinnsel Schuld an Skinnys Tod gewesen sei. Hervorgerufen durch die Wunden, die Peters Plan verschuldet hatte. Er schob den Gedanken so weit weg wie m\u00f6glich. Jetzt ging es um Konzentration. Er sah sich auf dem engen Korridor um und gab Lisa-Marie und Fluffy ein Zeichen. Sie liefen zur Eingangst\u00fcr des Labors.<br \/>\n\u00bbIst die Luft rein?\u00ab<br \/>\nAus Gewohnheit presste er sich bei diesem letzten Satz einen Finger an den kleinen Knopf, den er im Ohr trug, auch wenn er wusste, dass das an der Qualit\u00e4t des Signals zwischen ihm und Lewandowski rein gar nichts \u00e4nderte.<br \/>\n\u00bbJa, weit und breit niemand in Sicht\u00ab, kommentierte Lewandowski die Bilder, die das Implantat vor seinem Auge ablaufen lie\u00df. Er hatte Teile des Sicherheitssystems der Uni angezapft und las nicht nur die Bilder aus dem System aus, um nahende Personen zu erkennen, er \u00fcberschrieb sie auch stetig, damit der Einbruch m\u00f6glichst lange unentdeckt bleiben w\u00fcrde. \u00bbIhr k\u00f6nnt rein. Vergiss nicht: 15 Minuten.\u00ab<br \/>\nDamit war die Leitung wieder still. Peter zog die Chipkarte hervor, die ihnen den Zugang zum allerheiligsten gew\u00e4hren sollte. Sie rechneten mit einem Zeitfenster von 15 Minuten, bis der Wurm, der sich auf der Karte befand und die T\u00fcr \u00f6ffnen sollte, entdeckt und identifiziert sein w\u00fcrde. 15 Minuten bis zum Eintreffen der Ordnungsh\u00fcter. Er schob die Karte in den Spalt neben der Labort\u00fcr und dr\u00fcckt seinen Daumen auf das Feld dar\u00fcber. Das Feld wurde augenblicklich gr\u00fcn und er erwartete, dass sich die Labort\u00fcr nun jede Sekunde \u00f6ffnete. Stattdessen erlosch das Licht des Scanners ganz und die T\u00fcr blieb, wie sie war. Peter fluchte laut.<br \/>\n\u00bbLewandowski, die Karte geht nicht. Die T\u00fcr hat sich abgeschaltet. Irgendwelche Ideen? Lewandowski?\u00ab<br \/>\nEs kam keine Antwort. Er wandte sich an Fluffy. \u00bbDer Funk ist ausgefallen. Versuch den Zugang zur T\u00fcr zu \u00fcberbr\u00fccken, ich wei\u00df nicht, wie viel Zeit uns bleibt.\u00ab<br \/>\nEr dachte dar\u00fcber nach abzubrechen, aber eine zweite Chance w\u00fcrden sie nicht bekommen.<br \/>\nFluffy trat an die T\u00fcr und versuchte einen Kontakt zu finden, mit dem er sich verbinden konnte. W\u00e4hrend er noch dabei war, die Verkleidung des Sicherheitssystems abzul\u00f6sen, n\u00e4herten sich Schritte. Peter gab Lisa-Marie ein Zeichen sich an die Wand zu dr\u00fccken. Er zog einen Taser aus der Tasche und ging in die Hocke, um m\u00f6glichst wenig Angriffsfl\u00e4che zu bieten. Schmerz schoss durch sein Bein. Der Bruch verheilte nicht schnell genug. Der Plan f\u00fcr heute enthielt zu viele Schwachstellen, er h\u00e4tte die Sache nach Skinnys Tod ganz abblasen sollen. Die Schritte wurden lauter. Jemand eilte in ihrer Richtung durch den Gang. Da bog Lewandowski um die Ecke.<br \/>\n\u00bbWas machst du hier?\u00ab Peter sah ihn verwirrt an.<br \/>\n\u00bbDer Funk ist gest\u00f6rt worden. Als ich gesehen habe, dass ihr mit der Karte nicht reinkommt, habe ich beschlossen einzugreifen.\u00ab<br \/>\n\u00bbFunktioniert das Implantat noch?\u00ab<br \/>\n\u00bbIch denke schon. Im Moment sollte die Bahn frei sein.\u00ab<br \/>\n\u00bbAber wenn man dich hier sieht\u00ab, begann Lisa-Marie.<br \/>\n\u00bbWenn man mich bei dieser Nummer erwischt, \u00e4ndern sich manche Pl\u00e4ne eben\u00ab, fiel Lewandowski ihr ins Wort. \u00bbLass das mal meine Sorge sein.\u00ab<\/p>\n<p>Einen Augenblick besah er sich Fluffys erfolgloses Treiben, dann winkte er ab und dr\u00fcckte die Verkleidung des Scanners wieder an ihren Platz.<br \/>\n\u00bbSo wird das nichts\u00ab, sagte er, ohne einen von ihnen wirklich zu adressieren. Er schien laut nachzudenken. \u00bbSie haben irgendwas am Zugang ge\u00e4ndert, und das in letzter Minute. Es bleibt wohl keine Alternative.\u00ab Und bevor einer von ihnen ihn zur\u00fcckhalten konnte, zog er eine schwarze Chipkarte aus seiner Tasche und schob sie in den T\u00fcr\u00f6ffner.<br \/>\n\u00bbBis du vollkommen bescheuert?\u00ab, fuhr Peter ihn an. \u00bbDu kannst doch nicht deine eigene Karte nehmen.\u00ab<br \/>\n\u00bbIm Zweifelsfall ist mir meine Karte gestern geklaut worden. Aber da der zust\u00e4ndige Kollege nicht in den n\u00e4chsten paar Minuten die restlichen Sicherheitssysteme im Raum deaktiviert, wird ein Alarm ausgel\u00f6st. Da hilft die offene T\u00fcr wenig. Also zur\u00fcck zum Plan. Das Zeitfenster, bis jemand kontrollieren kommt, d\u00fcrfte eher kleiner geworden sein. Und denkt dran: Ab jetzt kein Wort mehr!\u00ab<br \/>\nDie T\u00fcr zum Labor \u00f6ffnete sich ger\u00e4uschlos. Zum ersten Mal konnte Peter einen Blick in den Raum werfen, den er in den letzten Wochen so ausgiebig studiert hatte. Konstruktionspl\u00e4ne und Bilder von \u00dcberwachungskameras reichten zwar, um zu planen, aber sie vermittelten selten ein wirkliches Gef\u00fchl daf\u00fcr, wie ein Raum wirkte. Er hatte sich das Labor k\u00e4lter, steriler vorgestellt als den Anblick, der sich ihm nun bot. Die breiten Schr\u00e4nke, die alle vier W\u00e4nde s\u00e4umten hatten bunte T\u00fcren und Schubladen. Auf der Theke, die von der Mitte des Raumes nach rechts bis zur Wand f\u00fchrte, stand ein kleiner eingetopfter Kaktus, neben dem eine Schalttafel an der Wand in Gelb und Gr\u00fcn leuchtete. Das alles wurde von einem roten, seltsam indirekten Licht bestrahlt, das von den Lichtschranken am Boden ausging. Peter hatte sich nicht die M\u00fche gemacht, in Erfahrung zu bringen, wer diese Spielerei urspr\u00fcnglich installiert hatte, aber sie hatte ihm einiges an Kopfzerbrechen bereitet, bis ihm die L\u00f6sung wie Schuppen von den Augen gefallen war. Die 20 Lichtschranken, die in d\u00fcnnen roten Strahlen vom Boden bis zu einem guten Meter H\u00f6he in unregelm\u00e4\u00dfigen Mustern umhertanzten, verhinderten gemeinsam mit den W\u00e4rmesensoren in Boden und W\u00e4nden ein unbefugtes Eindringen. Bei der Planung hatte nur niemand damit gerechnet, dass es m\u00f6glich war, die Distanz bis zur Oberfl\u00e4che der Theke im Sprung zu \u00fcberwinden. Ohne Lisa-Marie w\u00e4re f\u00fcr sie der Zugang schlicht unm\u00f6glich gewesen. Und den Sender nachzubauen, mit dem das Sicherheitssystem deaktiviert werden konnte, hatte sich als Ding der Unm\u00f6glichkeit herausgestellt. Er war zu gut verschl\u00fcsselt und die Codes daf\u00fcr nur dem Professor allein bekannt. In der hinteren linken Ecke des Raumes befand sich hinter einer der Schrankt\u00fcren das Objekt ihrer Begierde. Doch bis dahin galt es noch ein paar H\u00fcrden zu nehmen. Solange das Sicherheitssystem angeschaltet war, durften sie nur \u00fcber Handzeichen kommunizieren. Jedes Ger\u00e4usch, das einen gewissen Pegel \u00fcberstieg, w\u00fcrde ebenfalls einen Alarm ausl\u00f6sen. Peter und Lisa-Marie sahen sich an und wussten, dass sie in diesem Moment beide das Gleiche dachten. Wieder hing alles an ihr. Wieder mussten sie sich auf sie verlassen. Er sp\u00fcrte und sah ihre Anspannung und Versagensangst, die mit jeder Sekunde wuchs. Er brauchte einen Moment um die aufkeimenden Gedanken an seine Zeit im Gef\u00e4ngnis und all den Frust herunterzuschlucken. Er trat zu ihr und k\u00fcsste sie. Nach einem kurzen Moment wandte sich Lisa-Marie ab und ging f\u00fcnf Schritte von der T\u00fcr weg. Sie wartete noch einen Atemzug und sprintete los. Dann sprang sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinter verschlossenen T\u00fcren &#8211; PDF &#8212; 8.\u00a0 Kapitel Ein Stromsto\u00df durchzuckte ihn und Peter fluchte leise. 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