{"id":123,"date":"2012-08-27T18:29:00","date_gmt":"2012-08-27T16:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/arnowilhelm.wordpress.com\/2012\/08\/27\/hinter-verschlossenen-turen-2"},"modified":"2012-08-27T18:29:00","modified_gmt":"2012-08-27T16:29:00","slug":"hinter-verschlossenen-turen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arno-wilhelm.de\/?p=123","title":{"rendered":"Hinter verschlossenen T\u00fcren (2)"},"content":{"rendered":"<p>Einen wundersch\u00f6nen guten Abend,<\/p>\n<p>ich habe mich sehr \u00fcber die Reaktionen zum ersten Teil der neuen Erz\u00e4hlung gefreut. Dieses Mal gibt es eine Premiere: Zum ersten Mal ist der aktuelle Stand der Geschichte auch als Ebook im MOBI-Format verf\u00fcgbar. Falls noch andere Formate gew\u00fcnscht werden, schreibt mir einen Kommentar oder eine E-Mail. Der n\u00e4chste Teil soll wieder in ca. 2 Wochen erscheinen, also um den 10.September herum. Ich w\u00fcnsche euch allen eine angenehme Woche<\/p>\n<p>F\u00fchlt euch gegr\u00fc\u00dft,<\/p>\n<p>Arno \/ Larry<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/intern.arno-wilhelm.de\/hvt\/ArnoWilhelm-HVT.pdf\" target=\"_blank\">Hinter verschlossenen T\u00fcren &#8211; PDF<\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>2.\u00a0 Kapitel<\/p>\n<p>Toni war ein kleiner Fisch. Ein Handlanger, der keine wichtige Rolle spielte, und kaum jemals vertrauliche Informationen besa\u00df. Bis man innerhalb der Hierarchie zu den Leuten gelangte, die wichtig waren, musste man von Toni aus viele Ebenen nach oben klettern. Kaum einem der so weit unten stand wurde je die Ehre zu teil, einen der beiden K\u00f6pfe der Organisation &#8211; die Br\u00fcder Adamo und Alessio &#8211; zu treffen. Doch ihm war diese Ehre heute gew\u00e4hrt worden und er war alles andere als gl\u00fccklich dar\u00fcber. Zumindest hatte er Adamos Umrisse gesehen und dessen Stimme geh\u00f6rt, die ihm aus dem Halbdunkel heraus Fragen gestellt hatte. Eine einzelne Gl\u00fchbirne beleuchtete flackernd die Stelle, an der Toni zu stehen hatte. Es w\u00fcrde sich nicht lohnen, nun Tonis Aussehen und Gestalt n\u00e4her zu beschreiben. Nicht weil er so ein kleiner Fisch war, der Grund daf\u00fcr ist von einfacherer Natur.<br \/>\nMit einem kr\u00e4ftigen Ruck zog Alessio das lange, gezackte Messer mit dem silbernen, eingravierten Adler im Griff wieder aus Tonis R\u00fccken. W\u00e4hrend dieser zu Boden ging erklang aus seinen Lungen ein letzter, erstickter Schrei. F\u00fcr einen Augenblick herrschte im Raum vollkommene Ruhe. Dann trat Adamo in den Schein der Lampe und wandte sich mit ernstem Blick an die Zuschauer, die die letzten Minuten an den W\u00e4nden aufgereiht schweigend verfolgt hatten.<br \/>\n\u00bbSo wird es jedem ergehen, der versucht mich oder meinen Bruder ans Messer zu liefern. Ich wei\u00df, dass das Kopfgeld auf uns betr\u00e4chtlich ist, umso besser m\u00fcsst ihr eure Leute im Auge behalten.\u00ab Schwei\u00dfperlen standen auf seiner Glatze, der 3-Tage-Bart und die Augenringe lie\u00dfen ihn m\u00fcde wirken, doch seine braunen Augen waren hellwach und trotz des schwachen Lichts hatte jeder im Raum das Gef\u00fchl, dass Adamos durchdringender Blick besonders lange auf ihm ruhte.<br \/>\n\u00bbEs ist kein gro\u00dfer Schaden entstanden. Er hatte keine Informationen, die unser Unternehmen h\u00e4tten ernsthaft gef\u00e4hrden k\u00f6nnen, aber sie werden an der Universit\u00e4t jetzt umso wachsamer sein. Jeder h\u00e4lt sich penibel an meine Anweisungen, dann k\u00f6nnt ihr alle in wenigen Wochen mit deutlich besser gef\u00fcllten Taschen nach Hause gehen.\u00ab<br \/>\nEs klopfte an der T\u00fcr. Die Blicke der Anwesenden wanderten zur T\u00fcr, besorgt, es k\u00f6nnte eine Horde Polizei-Roboter davor stehen. Alessio war der einzige im Raum der seinen Bruder gut genug kannte, als dass er bei seinem Anblick erkannt h\u00e4tte wie er bei dem Ger\u00e4usch f\u00fcr einen winzigen Moment seine Selbstbeherrschung verlor und zusammenzuckte. Ein Zeichen davon, wie sehr die letzten Wochen an seinen Kr\u00e4ften gezehrt hatten. Doch auch er blickte in Richtung T\u00fcr.<br \/>\nDer Mann der eintrat sah keineswegs aus wie ein Polizei-Roboter. Dank des wenigen Lichts im Raum waren nur seine Umrisse zu sehen. Er sah abgemagert aus, wirkte aber nicht schwach oder gebrechlich.<br \/>\n\u00bbSkinny, du kommst genau richtig\u00ab, ergriff Adamo wieder das Wort. \u00bbWarte kurz. Wir sind hier gleich fertig.\u00ab<br \/>\nDamit wandte er sich wieder an den Rest seiner Vertrauten. \u00bbDie Aktion wird kompliziert, m\u00f6glicherweise komplizierter als alles, was wir je gemacht haben. Also passt auf was ihr tut, was ihr sagt und mit wem ihr sprecht. Haltet euch an die Anweisungen. Wenn es Probleme gibt, sagt mir oder Alessio Bescheid. Es darf nicht noch mehr Fehler geben.\u00ab Er warf Tonis sterblichen \u00dcberresten einen absch\u00e4tzigen Blick zu. \u00bbIhr k\u00f6nnt gehen, und nehmt diesen Typen mit.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDenkst du, dieser Toni kann uns Probleme machen?\u00ab<br \/>\nSie sa\u00dfen in einem kleinen Konferenzraum im selben Geb\u00e4ude. Skinny hatte gegen\u00fcber den beiden Br\u00fcdern Platz genommen und nachdenklich sein Kinn auf die Hand gest\u00fctzt. Bei Licht war sein vernarbtes, mageres Gesicht kein angenehmer Anblick. Alessio antwortete ihm: \u00bbIch denke, er wusste kaum etwas und hat versucht zu bluffen um das Kopfgeld zu bekommen. Die Cops h\u00e4tten aus ihm aber auf jeden Fall die Namen seiner Kontakte herausbekommen k\u00f6nnen, wenn sie es nicht schon getan haben.\u00ab Seine schnarrende Stimme strahlte nicht die Souver\u00e4nit\u00e4t und Autorit\u00e4t aus, die der ruhige Bariton seines Bruders verbreiten konnte. \u00bbWir mussten ein Exempel sstatuieren. Vielleicht haben wir die Z\u00fcgel in den vergangenen Monaten ein bisschen zu locker gelassen. Ohne Peter gab es nicht viel zu tun.\u00ab<br \/>\n\u00bbWomit wir auch beim Thema w\u00e4ren\u00ab, schaltete sich Adamo ein. \u00bbDu musst Peter aus dem Knast holen, ohne ihn schaffen wir es nicht.\u00ab<br \/>\nSkinny zog die Augenbrauen hoch. \u00bbEuch ist aber bewusst, dass es seit bestimmt 50 Jahren keinen Ausbruch gegeben hat, oder? Nicht, dass es nicht versucht worden w\u00e4re. Und selbst wenn wir es irgendwie schaffen, haben wir in k\u00fcrzester Zeit drei oder vier Hundertschaften am Arsch kleben. Ihr m\u00fcsst ganz sch\u00f6n verzweifelt sein.\u00ab<br \/>\n\u00bbWir sind nicht verzweifelt\u00ab, zischte Alessio. \u00bbGlaubst du, wir haben all das nicht bedacht? Glaubst du wir wissen nicht selbst, was das f\u00fcr ein Risiko ist?\u00ab<br \/>\n\u00bbBeruhig dich, Br\u00fcderchen. Beruhig dich\u00ab Adamo hob beschwichtigend die H\u00e4nde. \u00bbUnd setz dich wieder. Kein Grund, sich aufzuregen. Wir sind nicht verzweifelt und auch sicher nicht lebensm\u00fcde, falls du dir da Sorgen machst. Ich arbeite seit seiner Verhaftung daran, einen Weg zu finden, ihn aus dem Knast zu bekommen. Wir k\u00f6nnen dir einiges an Material geben, f\u00fcr das Feintuning\u00a0 und die Umsetzung bist du zust\u00e4ndig.\u00ab<br \/>\nSkinny kratzte sich nachdenklich am Kinn.<br \/>\n\u00bbDein Grinsen sagt mir, dass du irgendein Ass im \u00c4rmel hast, Adamo. Was macht dich so sicher, dass es machbar ist, Peter rauszuholen?\u00ab<br \/>\n\u00bbWir haben letzte Woche einen AS1 aufgetrieben, dessen R\u00fcckenpanzerung offen war. Ansonsten ist er soweit wir erkennen konnten voll funktionsf\u00e4hig. Wir haben es geschafft, seine Steuerung zu \u00fcberbr\u00fccken und haben jetzt unseren privaten Polizeiroboter, der wenn alles glatt geht freien Zugang zu Peters Zelle haben m\u00fcsste. Komm mit, ich zeig ihn dir.\u00ab<br \/>\nAdamos Handy klingelte. Wortlos reichte er es nach einem kurzen Blick darauf an seinen Bruder weiter, dann bedeutete er Skinny mitzukommen. Als sie durch die G\u00e4nge liefen, konnte Adamo die Zweifel auf Skinnys Gesicht ablesen. Gef\u00e4ngnisausbr\u00fcche waren ein schwieriges Thema, es gab kaum noch Menschen die sie \u00fcberhaupt f\u00fcr m\u00f6glich hielten. Noch vor einem Jahr h\u00e4tte er selbst den Gedanken daran f\u00fcr l\u00e4cherlich erachtet, aber jetzt hatten sie keine Wahl. Jeder andere Verlust w\u00e4re kein Problem gewesen, aber ohne Peters F\u00e4higkeit die unm\u00f6glichsten Raubz\u00fcge bis ins kleinste Detail exakt zu planen und durchzuf\u00fchren, war richtig gro\u00dfe Beute ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Die Roboter der Polizei waren schlicht zu gut. Sie schliefen nicht, waren nie unaufmerksam und die Sicherheitsvorkehrungen der Universit\u00e4ten, Labors und \u00f6ffentlichen Einrichtungen waren zu perfekt.<br \/>\nDer Raum, in dem der AS1 verwahrt wurde, war ein Lagerraum f\u00fcr Technik, so lang wie eine Turnhalle, aber nur mit einer niedrigen Decke ausgestattet. In langgezogenen Regalen lagen Artefakte, die bei allen m\u00f6glichen Unternehmungen in der Vergangenheit Verwendung gefunden hatten. Als sein Blick auf eine gro\u00dfe, leicht verrostete Kettens\u00e4ge fiel, schlich sich ein L\u00e4cheln auf Adamos Gesicht. Die Sache mit dem Bauunternehmen. Das waren noch Zeiten gewesen.<br \/>\n\u00bbWie habt ihr das geschafft?\u00ab Skinny stand vor dem AS1 und betastete die Schwei\u00dfnaht an der R\u00fcckseite. Ich dachte, es w\u00e4re unm\u00f6glich die Dinger irgendwo zu \u00f6ffnen, ohne dass sie vollkommen unbrauchbar werden. Habt ihr ihn schon getestet?\u00ab<br \/>\n\u00bbKlar. Er funktioniert tadellos. Und glaub mir, wenn ich auch nur die geringste Ahnung h\u00e4tte, wie man es schafft, sie vom Netz zu nehmen\u00a0 und zu \u00f6ffnen, w\u00fcrden hier hunderte dieser Dinger rumstehen, aber f\u00fcrs Erste haben wir nur den einen zur Verf\u00fcgung. Ich versuche Informationen zu beschaffen, wie wir mehr bekommen k\u00f6nnen. Das w\u00fcrde vieles erleichtern.\u00ab<br \/>\nSkinny schien durch die Gegenwart des AS1 an Zuversicht gewonnen zu haben.<br \/>\n\u00bbOk, nehmen wir mal an, ich bekomme das hin\u00ab, sagte er nun mit einem Blick, wie ihn Alessio schon seit Monaten nicht mehr an ihm gesehen hatte. Die Vorstellung, den ersten Gef\u00e4ngnisausbruch seit Jahrzehnten zu verwirklichen, schien langsam ihren Reiz zu entfalten. \u00bbAngenommen, ich bekomme Peter aus dem Knast heraus. Wie geht es dann weiter? Wir m\u00fcssen schnell von der Bildfl\u00e4che verschwinden k\u00f6nnen.\u00ab<br \/>\n\u00bbKein Problem. Wir haben ein Haus nicht weit entfernt gefunden, das seit ein paar Wochen leer steht. Dort kann er sich f\u00fcrs Erste verstecken. Wenn die Aktion in der Uni gelaufen ist, \u00fcberlegen wir uns was L\u00e4ngerfristiges. Aber denk daran: Auch wenn du ihn befreist &#8211; Er wird nicht begeistert sein, dass wir ihn so lange haben schmoren lassen, aber ich rede mit ihm wenn er hier ist.\u00ab<br \/>\n\u00bbOkay, schreib mir die Adresse auf und gib mir alles, was du \u00fcber Peters Trakt und Zellennummer wei\u00dft. Ich werde schauen was ich tun kann. Wie viele Tage hab ich?\u00ab<br \/>\n\u00bbH\u00f6chstens drei, besser weniger. Du kannst\u2026\u00ab<br \/>\nHinter ihnen ging die T\u00fcr auf und Adamo trat ein. Sein Blick war ernst und er wirkte au\u00dfer Atem.<br \/>\n\u00bbLewandowski hat angerufen. Wir haben ein Problem.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen wundersch\u00f6nen guten Abend, ich habe mich sehr \u00fcber die Reaktionen zum ersten Teil der neuen Erz\u00e4hlung gefreut. Dieses Mal gibt es eine Premiere: Zum ersten Mal ist der aktuelle Stand der Geschichte auch als Ebook im MOBI-Format verf\u00fcgbar. Falls noch andere Formate gew\u00fcnscht werden, schreibt mir einen Kommentar oder eine E-Mail. 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