{"id":121,"date":"2012-09-18T13:47:00","date_gmt":"2012-09-18T11:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/arnowilhelm.wordpress.com\/2012\/09\/18\/hinter-verschlossenen-turen-3"},"modified":"2012-09-18T13:47:00","modified_gmt":"2012-09-18T11:47:00","slug":"hinter-verschlossenen-turen-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arno-wilhelm.de\/?p=121","title":{"rendered":"Hinter verschlossenen T\u00fcren (3)"},"content":{"rendered":"<p>Guten Tag allerseits,<\/p>\n<p>es hat eine Woche l\u00e4nger gedauert als erhofft, aber hier ist der neue Teil meiner Erz\u00e4hlung &#8222;Hinter verschlossenen T\u00fcren&#8220;. Ich w\u00fcnsche euch viel Spa\u00df damit, sobald ich absehen kann wieviel Teile es insgesamt werden, schreibe ich Release-Dates hier auf den Blog und werde dann mein m\u00f6glichstes tun, mich auch an diese zu halten.<\/p>\n<p>Bis dahin viel Vergn\u00fcgen und eine sch\u00f6ne Zeit,<br \/>\nArno \/ Larry<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/intern.arno-wilhelm.de\/hvt\/ArnoWilhelm-HVT.pdf\" target=\"_blank\">Hinter verschlossenen T\u00fcren &#8211; PDF<\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>3.\u00a0 Kapitel<\/p>\n<p>Ein kurzer, heftiger Schmerz durchzuckte seine Hand. Er unterdr\u00fcckte nur mit M\u00fche einen Aufschrei und wich zur\u00fcck. Er sah, wie Fluffy sich nach ihm umdrehte. Ein fragender Blick stand auf dem Gesicht des Androiden. Warum konnte er nicht durch die T\u00fcr? Der Weg aus seiner Zelle war kein Problem gewesen. Er hatte sich an die Anweisungen auf dem Zettel gehalten, die Hand auf den Roboter gelegt und war von ihm ohne Probleme durch das elektrische Feld gef\u00fchrt worden. Auch die Eingangst\u00fcr, der Weg hinaus in die freie Welt, hatte sich problemlos vor ihnen ge\u00f6ffnet, aber er konnte aus irgendeinem Grund das elektrische Feld nicht passieren. Er zog sich ein wenig zur\u00fcck, damit er von au\u00dfen nicht mehr sofort gesehen werden konnte, wie er hier vor der T\u00fcr stand.<br \/>\n\u00bbHat diese T\u00fcr irgendeinen gesonderten Schutz?\u00ab<br \/>\nFluffy registrierte, dass die Frage an ihn gerichtet war, und kam zur\u00fcck durch die T\u00fcr.<br \/>\n\u00bbPositiv. Menschen ben\u00f6tigen eine zus\u00e4tzliche Genehmigung um diese T\u00fcr in irgendeine Richtung zu passieren, die von der Steuerzentrale ausgehen muss.\u00ab<br \/>\nZum tausendsten Mal fragte er sich, warum man diese Soldaten-\u00e4hnliche Sprache bei den Polizei-Robotern beibehalten hatte. Alle anderen Androiden benutzten doch auch v\u00f6llig normale S\u00e4tze. Peter ermahnte sich selbst, sich auf das eigentliche Problem zu konzentrieren.<br \/>\n\u00bbHast du eine Genehmigung f\u00fcr mich?\u00ab<br \/>\n\u00bbNegativ. Ich habe keinen Zugang zum Netz. Da ich ihn wiederholt nicht herstellen konnte, gehe ich davon aus, dass mein Chipsatz defekt ist und ausgetauscht werden muss.\u00ab<br \/>\nPeter massierte sich mit zwei Fingern die kleine Falte zwischen seinen Augenbrauen. Er musste nachdenken. Dieser Roboter hier schien deutlich bereitwilliger Auskunft zu erteilen, als es Fluffy in der Zelle stets getan hatte. Er sah fast genauso aus und schien genug Wissen zu haben. Derjenige, der den Zettel in seine Zelle geschickt hatte, hatte definitiv gewusst, was er tat. Soweit Peter wusste, hatte es immer als unm\u00f6glich gegolten, Polizei-Roboter zu manipulieren.<br \/>\n\u00bbGibt es Sondergenehmigungen? Umst\u00e4nde, unter denen du mich hier auch so rauslassen kannst?\u00ab<br \/>\n\u00bbNegativ.\u00ab<br \/>\nPeter schlug mit der flachen Hand gegen die Wand. So kurz davor. Nicht mal ein halber Meter trennte ihn von der Freiheit.<br \/>\n\u00bbKann die T\u00fcr verschiedene Menschen unterscheiden? Oder kriegt sie nur die Genehmigung f\u00fcr irgendeinen Menschen?\u00ab<br \/>\n\u00bbNegativ. Die Genehmigungen werden nach Anzahl der Menschen in bestimmten Zeitfenstern vergeben. Es ist unsere Aufgabe daf\u00fcr zu sorgen, dass wir die richtigen Personen nach drinnen und draussen eskortieren.<br \/>\nBraver Fluffy. Zumindest ein kleiner Funken Hoffnung, nicht mehr als ein Glimmen.<br \/>\n\u00bbOk, wann ist die n\u00e4chste Entlassung?\u00ab<br \/>\n\u00bbNach den letzten Aktualisierungen, die ich herunterladen konnte ist die n\u00e4chste Entlassung in einem Jahr, zwei Monaten, drei Tagen und weniger als drei Stunden. Thomas Arnold Wesseldorf. Strafe: Drei Jahre wegen mehrfachen Diebstahls und &#8230;\u00ab<br \/>\n\u00bbSchon gut, mehr muss ich nicht wissen.\u00ab<br \/>\nEine lange Pause trat ein, seine Hand spielte nerv\u00f6s und hektisch mit dem Silberkreuz.<br \/>\n\u00bbNeuer? H\u00f6rst du mich?\u00ab<br \/>\nDie Stimme kam von drau\u00dfen. Dieses Schnarren kannte er.<br \/>\n\u00bbSkinny? Kannst du mich hier rausholen?\u00ab<br \/>\nPeter trat einen Schritt in Richtung der ge\u00f6ffneten T\u00fcr. Da stand er tats\u00e4chlich und leibhaftig, abgemagert wie eh und je. Er hielt ein kleines Tablet in seiner rechten Hand und sah mit ernstem Blick abwechselnd zu Peter und auf den Bildschirm.<br \/>\n\u00bbIch arbeite dran, auch wenn mir langsam die Ideen ausgehen. Ich kann nicht auf diese T\u00fcr zugreifen, um sie zu manipulieren.\u00ab<br \/>\n\u00bbIst von den anderen jemand da?\u00ab, fragte Peter in der Hoffnung, dass von denen m\u00f6glicherweise jemand eine Idee haben k\u00f6nnte. \u00bbVielleicht Lewandowski?\u00ab<br \/>\nSkinny lachte kurz auf.<br \/>\n\u00bbDem Hundesohn w\u00fcrde ich es sogar zutrauen, diese T\u00fcr zu knacken, aber im Moment sind alle besch\u00e4ftigt. Irgendwas ist bei den Vorbereitungen schiefgegangen.\u00ab<br \/>\n\u00bbVorbereitungen f\u00fcr was?\u00ab Trotz seiner aktuellen Lage konnte Peter sich die Frage nicht verkneifen.<br \/>\n\u00bbErz\u00e4hl ich dir, wenn du drau\u00dfen bist. Ich bef\u00fcrchte fast, wir m\u00fcssen zu Plan B \u00fcbergehen.\u00ab<br \/>\n\u00bbWas ist Plan B?\u00ab, fragte Peter, doch Skinny schien ihn nicht zu h\u00f6ren. Er war in seinen Computer vertieft und dr\u00fcckte hektisch darauf herum.<br \/>\n\u00bbDu solltest vielleicht von der T\u00fcr zur\u00fccktreten.\u00ab<br \/>\n\u00bbWas verdammt nochmal ist Plan B?\u00ab, schrie Peter ihn an. Ihm schwante nichts Gutes.<br \/>\nSkinny grinste schief.<br \/>\n\u00bbEin Sprengsatz. Gro\u00df genug, um diese T\u00fcr und ein gutes St\u00fcck Mauer aus dem Weg zu r\u00e4umen. Der Countdown l\u00e4uft. 30 Sekunden. Wir sollten uns jetzt von der T\u00fcr zur\u00fcckziehen\u00a0\u00a0\u00a0 .\u00ab<br \/>\n\u00bbBist du von allen guten Geistern verlassen?\u00ab<br \/>\n\u00bbWieso? Ich hol dich hier raus, keine Sorge. Das klappt schon.\u00ab<br \/>\n\u00bbEin Idiot mit einer Bombe, tolle Mischung\u00ab, murmelte Peter vor sich hin. Dann rief er Skinny zu: \u00bbDu jagst uns s\u00e4mtliche Hundertschaften auf den Hals, die die Cops zu bieten haben, wenn du hier irgendwas in die Luft jagst. Und\u00a0 denkst du nicht, dass die W\u00e4nde des gr\u00f6\u00dften Gef\u00e4ngnisses der Stadt gegen Sprengs\u00e4tze gesch\u00fctzt sind?\u00ab<br \/>\nSkinny wurde bleich, soweit sein Teint das zulie\u00df, dann begann er hektisch auf seinem kleinen Computer herumzuh\u00e4mmern. Dieser hatte gerade begonnen im Sekundentakt Piept\u00f6ne von sich zu geben. Peter ging ein paar Schritte zur\u00fcck. Wenn die Sprengladung z\u00fcndete w\u00fcrde er sich samt Fluffy in seine Zelle zur\u00fcckziehen, bevor die Androiden in Uniform hier aufmarschierten. Nach ein paar weiteren Sekunden verstummte das Piepen und Peter lief langsam wieder zur T\u00fcr.<br \/>\n\u00bbDas n\u00e4chste Mal denkst du erst nach, dann fragst du mich und dann tust du irgendwas, okay?\u00ab, sagte er.<br \/>\nSkinny wischte sich den Schwei\u00df von der Stirn.<br \/>\n\u00bbAber\u00ab, sagte Peter, \u00bbimmerhin hast du mich auf eine Idee gebracht mit deinem Sprengsatz.\u00ab Er wandte sich um. \u00bbFluffy, komm mal bitte her.\u00ab Der Roboter brauchte eine Weile, um zu verstehen, dass er gemeint war. \u00bbIch habe noch ein paar Fragen.\u00ab<\/p>\n<p>Eine knappe Stunde sp\u00e4ter kauerte Peter neben der T\u00fcr zu F\u00fc\u00dfen des Androiden und wartete gespannt. Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis Fluffy die Anzahl der heute eintreffenden Gefangenen samt Ankunftszeitpunkten in Erfahrung gebracht hatte, doch jetzt musste es jeden Augenblick soweit sein. Da er nicht wusste, ob der Roboter der den Gefangenen brachte, mit W\u00e4rmebildkameras ausgestattet sein w\u00fcrde, versuchte er zum einen Fluffy als Hindernis vor sich zu haben und sich zum anderen m\u00f6glichst nicht zu bewegen. Peter h\u00f6rte Schritte vor der T\u00fcr. Er spannte jeden Muskel im K\u00f6rper an. Ein falscher Tritt, eine Sekunde Z\u00f6gern und er w\u00fcrde vermutlich nie wieder die Sonne sehen. Es musste einfach klappen. Die T\u00fcr schwang auf. Der Roboter kam r\u00fcckw\u00e4rts hindurch und war gerade dabei, den Gefangenen hinter sich herzuziehen, der sich offenbar immer noch nach Leibeskr\u00e4ften gegen seine Verhaftung wehrte. In diesem Augenblick bebte der Boden unter ihnen. Der Knall der Explosion war ohrenbet\u00e4ubend und Peter brauchte all seine Konzentration, um sich nicht die Ohren zuzuhalten. Der Roboter und sein Gefangener blieben beide ruhig stehen und sahen sich nach allen Seiten um, um die Herkunft des Knalls zu ergr\u00fcnden. Skinnys Timing war perfekt. In diesem Moment hielt sich Peter an dem Roboter fest und sprang durch die T\u00fcr nach drau\u00dfen ins Freie. Er sprintete zur Seite weg und sah sich dabei kurz um. Fluffy war dicht hinter ihm. Der Roboter an der T\u00fcr hatte keine Hand frei, um zu schie\u00dfen. Er hielt mit viel M\u00fche den Gefangenen, der wohl seine Chance auf Flucht gewittert hatte und nun wieder nach Leibeskr\u00e4ften versuchte, sich aus dem Griff seines W\u00e4rters zu winden. Peter drehte den Kopf gerade noch rechtzeitig nach vorne um das Loch im Asphalt zu sehen, doch es reichte nicht mehr um auszuweichen. Er h\u00f6rte ein lautes Knacken w\u00e4hrend er der L\u00e4nge nach hinschlug. Ein lauter Aufschrei ert\u00f6nte. Erst nach ein paar Sekunden wurde ihm klar, dass er es war, der schrie. Er richtete sich wieder auf und lief so schnell er konnte weiter. Tr\u00e4nen f\u00fcllten seine Augen vor Schmerz, doch er musste weiterlaufen, bei jedem Schritt einen weiteren Schrei unterdr\u00fcckend. Wie schnell konnte der W\u00e4rter Verst\u00e4rkung rufen? Peter hoffte, er hatte gesehen, dass Fluffy Uniform trug und hinter Peter herrannte und das als Versuch interpretiert, den Gefangenen wieder einzuholen.<br \/>\nAls er au\u00dfer Sicht des Gef\u00e4ngnisses war, wurde er langsamer. Er bat Fluffy ihn zu st\u00fctzen und gemeinsam schafften sie es in k\u00fcrzester Zeit bis zu dem Haus, das Skinny ihm beschrieben hatte. Dort am Gartenzaun lehnte er jetzt auch, mindestens genauso au\u00dfer Puste wie Peter selbst.<br \/>\n\u00bbHat alles gut geklappt wie ich sehe\u00ab, sagte er. Dann fiel sein Blick auf Peters Bein. \u00bbWas ist denn da passiert?\u00ab<br \/>\nPeter sch\u00fcttelte den Kopf. \u00bbNichts, was der Doc nicht wieder hinbekommt. Wir rufen ihn nachher, jetzt lass uns reingehen, es kann nicht lange dauern, bis sie eine Gro\u00dffahndung nach mir einleiten.\u00ab<br \/>\nW\u00e4hrend er mit Fluffys Hilfe ins Haus humpelte, dachte er an die Gesichter der Gefangenen, als er heute an ihren Zellen vorbeigelaufen war. Manche entsetzt, manche voller Hoffnung, aber die meisten einfach unbeeindruckt. Sie hatten aufgegeben im tristen Alltag des Gef\u00e4ngnisses. Er musste um jeden Preis vermeiden, wieder dort zu landen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guten Tag allerseits, es hat eine Woche l\u00e4nger gedauert als erhofft, aber hier ist der neue Teil meiner Erz\u00e4hlung &#8222;Hinter verschlossenen T\u00fcren&#8220;. 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