{"id":120,"date":"2012-10-03T18:20:00","date_gmt":"2012-10-03T16:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/arnowilhelm.wordpress.com\/2012\/10\/03\/hinter-verschlossenen-turen-4"},"modified":"2012-10-03T18:20:00","modified_gmt":"2012-10-03T16:20:00","slug":"hinter-verschlossenen-turen-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arno-wilhelm.de\/?p=120","title":{"rendered":"Hinter verschlossenen T\u00fcren (4)"},"content":{"rendered":"<p>Einen wundersch\u00f6nen guten Tag,<\/p>\n<p>hier kommt der vierte Teil meiner neuen Erz\u00e4hlung, diesmal allerdings vorerst nur im PDF-Format. Wenn weitere Formate (speziell Ebooks) gew\u00fcnscht sind, schreibt mir eine kurze Mail oder einen Kommentar, das l\u00e4sst sich machen.<br \/>\nIch w\u00fcnsche euch viel Vergn\u00fcgen damit,<\/p>\n<p>Mit den allerbesten Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nArno \/ Larry<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/intern.arno-wilhelm.de\/hvt\/ArnoWilhelm-HVT.pdf\" target=\"_blank\">Hinter verschlossenen T\u00fcren &#8211; PDF<\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>4.\u00a0 Kapitel<\/p>\n<p>Peter betrat die K\u00fcche und blieb einen Moment stehen. Sein Blick schweifte durch den Raum, w\u00e4hrend er in tiefen Z\u00fcgen ein- und ausatmete und die Stille genoss. Nicht dass es ihm im Gef\u00e4ngnis daran gemangelt h\u00e4tte, doch diese hier war eine andere. Egal wie viele Androiden gerade das ganze Land nach ihm absuchen mochten, er war in Freiheit und konnte endlich wieder selbst \u00fcber seine Zeit und seinen Umgang entscheiden. Wen er traf und mit wem er sprach, zumindest weitgehend. Die letzten Stunden waren viele Leute hier im Haus gewesen. Zuerst hatte er den Doc herbestellt und sein Bein schienen lassen. Der Doc hatte darauf bestanden, dass der Bruch dringend eingegipst werden musste, aber f\u00fcr sowas hatte Peter keinen Nerv. Er w\u00fcrde das Bein schonen so lange es ging, aber seine ersten Wochen in Freiheit w\u00fcrde er sicher nicht mit Gips am Bein im Krankenbett verbringen. Als der Doc gegangen war, hatte er Skinny losgeschickt um ihm Kr\u00fccken zu besorgen und w\u00e4hrenddessen hatte wohl die Nachricht seines Ausbruchs in seinem alten Wirkungskreis die Runde gemacht. Skinny war schon immer eine Plaudertasche gewesen, aber wenigstens wusste er, mit wem er plaudern konnte und mit wem nicht. Einige von Peters fr\u00fcheren Weggef\u00e4hrten hatten ihm die Aufwartung gemacht, nat\u00fcrlich alle ohne Informationen f\u00fcr ihn, \u00fcber das was gerade so ablief, sehr diskret und irgendwie auch sehr distanziert. Sie hatten es nur nicht glauben k\u00f6nnen, dass der Ausbruch tats\u00e4chlich gegl\u00fcckt war, die erste Flucht aus einem Gef\u00e4ngnis dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung seit Jahrzehnten. Bei dem Gedanken an all das gesch\u00e4ftige Treiben ging es Peter durch den Kopf, wie absurd es war, dass der Gro\u00dfteil der Menschen tats\u00e4chlich drau\u00dfen in dem Glauben herumlief, dass auf dieser Welt au\u00dferhalb der Universit\u00e4ten niemand mehr arbeitete. Absurd, dass die Welt jenseits der Legalit\u00e4t so vollkommen aus allen Medien herausgehalten wurde. Keine Berichte, keine \u00f6ffentlichen Daten. Die perfekte Illusion. Jetzt wurde es drau\u00dfen langsam dunkel und der Besucherstrom im Haus war endlich abgeebbt. Zeit, Alessio und Adamo zu treffen und endlich zu h\u00f6ren, was f\u00fcr ein Coup das war, wegen dem sie ihn rausgeholt hatten. Er machte sich nicht die Illusion, zu glauben, dass sie ihn aus N\u00e4chstenliebe befreit hatten, oder weil sie seine Arbeit sch\u00e4tzten. Sie kannten sowas wie Treue nur soweit sie ihren Zielen diente. Die beiden w\u00fcrden sogar einander ohne mit der Wimper zu zucken die K\u00f6pfe abhacken, wenn es ausreichend von Nutzen w\u00e4re, dessen war er sich sicher. In ein paar Minuten w\u00fcrde Skinny runter kommen und ihn zu den beiden fahren. Er wusste jetzt schon, dass es ihm viel abverlangen w\u00fcrde, nicht aus der Haut zu fahren. Ihnen nicht all das an den Kopf zu werfen, dass ihm in der Zeit im Knast durch den Kopf gegangen war. Es war nicht seine Schuld gewesen, dass er dort eingesperrt gewesen war, sondern ihre. Und daf\u00fcr, f\u00fcr diese endlosen Tage und Wochen die ihm gestohlen worden waren, gab es kein Verzeihen.<br \/>\nSein Blick fiel auf den Brief, der auf der Ablage \u00fcber dem halboffenen Geschirrsp\u00fcler lag. War der an ihn gerichtet? Peter \u00fcberflog ihn. Ein gewisser Micha offenbarte seinen Eltern seine Krebserkrankung und seinen Plan zu sterben. Was hatte es mit diesem Brief auf sich? Warum lag er hier einfach so herum?<br \/>\n\u00bbSind spurlos verschwunden die beiden.\u00ab<br \/>\nPeter erschrak, als eine Stimme pl\u00f6tzlich dicht hinter ihm sprach, und drehte sich um.<br \/>\n\u00bbWas meinst du?\u00ab<br \/>\n\u00bbDie Eltern von diesem Micha. Denen hat das Haus hier geh\u00f6rt. Sie m\u00fcssen es, kurz nachdem der Brief kam, Hals \u00fcber Kopf verlassen haben und sind nicht zur\u00fcckgekommen. Einer von unseren Leuten, der hier normalerweise f\u00fcr den Park zust\u00e4ndig ist, hat was mitbekommen und wir nutzen das Haus jetzt f\u00fcr unsere Zwecke, ohne dass die Beh\u00f6rden was mitbekommen.\u00ab<br \/>\n\u00bbK\u00f6nnen die beiden nicht jeden Augenblick zur\u00fcckkommen?\u00ab<br \/>\n\u00bbSoweit ich von Alessio erfahren habe, steht das Haus jetzt schon eine Weile leer und von den Besitzern fehlt jede Spur. Er denkt nicht, dass sie zur\u00fcckkommen. Sch\u00e4tze mal, sie haben es ihrem Sohn gleichgetan.\u00ab<br \/>\nPeter verzog das Gesicht.<br \/>\n\u00bbKein sch\u00f6ner Gedanke, in dem Haus von Toten unterzukommen.\u00ab<br \/>\nSkinny machte eine wegwerfende Handbewegung und drehte sich zur T\u00fcr.<br \/>\n\u00bbHatte ganz vergessen, dass du da ein bisschen zimperlich bist. Sind ja nicht hier gestorben, wenn sie \u00fcberhaupt krepiert sind. Jetzt komm, deine Kr\u00fccken stehen im Flur\u00ab, er grinste schief. \u00bbUnsere Herren und Meister erwarten dich.\u00ab<\/p>\n<p>Die Luft war vom Rauch der Zigarren so diesig, dass man sie kaum noch atmen konnte. Peter schwenkte sein Whiskey-Glas langsam in seiner Hand und betrachtete den Mann, der sich gerade auf dem Stuhl ihm gegen\u00fcber niedergelassen hatte. Die Narbe am Kinn war neu, die Koteletten ein wenig l\u00e4nger als bei ihrem letzten Treffen. Hatte er schon immer so tiefe Geheimratsecken gehabt? Lewandowskis kantigem Gesicht sah man seine Intelligenz nicht an, er wirkte auf den ersten Blick wie einer der Halbaffen, mit denen sich Alessio und Adamo zu ihrem Schutz umgaben. Lewandowski dagegen war schon immer einer der cleversten Menschen gewesen, die Peter kannte. Sie hatten eine Weile zusammen studiert, bis Peter hingeschmissen hatte um sich den Dingen zu widmen, die ihm wirklich lagen. Lewandowski war der einzige den er kannte, der es schaffte, auf beiden Seiten zu spielen. Angesehener Dozent und Autor von unz\u00e4hligen Artikeln und diversen wissenschaftlichen B\u00fcchern, und gleichzeitig einer der hellsten K\u00f6pfe was die Planung und Durchf\u00fchrung von Verbrechen im ganzen Land anging. Peter mochte den besseren Ruf haben und Lewandowski hatte nie Ambitionen gezeigt, ihn vom Thron zu sto\u00dfen, aber sie beide wussten, wer der Kl\u00fcgere von ihnen war.<br \/>\n\u00bbIch passe.\u00ab<br \/>\n\u00bbAll-In.\u00ab<br \/>\nDie M\u00e4nner am Tisch hinter ihnen pokerten. Zu laut f\u00fcr Peters Geschmack. Die restlichen M\u00e4nner und Frauen an den Tischen des kleinen Hinterzimmers warfen immer wieder genervte Blicke zur Pokerrunde.<br \/>\n\u00bbDu siehst \u00e4lter aus\u00ab, sagte Lewandowski, der Peter musterte. \u00bbIch h\u00e4tte erwartet, dass das Gef\u00e4ngnis f\u00fcr dich ganz erholsam sein d\u00fcrfte.\u00ab<br \/>\n\u00bbWo kommt denn die Narbe an deinem Kinn her?\u00ab, entgegnete Peter, ohne auf das Gesagte einzugehen. \u00bbHat dich deine Frau wieder verpr\u00fcgelt?\u00ab<br \/>\nEin fl\u00fcchtiges Grinsen huschte \u00fcber Lewandowskis Gesicht. Er hatte Peter vermisst. Zeit, zum Thema zu kommen.<br \/>\n\u00bbWie war das Treffen mit Alessio? Alles im gr\u00fcnen Bereich zwischen euch?\u00ab<br \/>\nPeters Miene wurde einen Tick ernster, aber er hatte seine Gesichtsz\u00fcge gut im Griff.<br \/>\n\u00bbWar schon okay. Er hat mir erz\u00e4hlt was sie planen und wof\u00fcr sie mich brauchen. Findest du es nicht ein bisschen krass in deinem eigenen Institut zu stehlen? Gab es da nicht mal einen Satz, dass man nicht da aufs Klo geht, wo man isst oder so \u00e4hnlich?\u00ab<br \/>\nLewandowski machte eine wegwerfende Handbewegung.<br \/>\n\u00bbWir gehen da ja auch nicht mit meiner ID rein und bitten sie freundlich, uns den Schei\u00df auszuh\u00e4ndigen. Deswegen habe ich Alessio und Adamo auch gesagt, dass ich die Aktion nicht leiten werde.\u00ab<br \/>\n\u00bbUnd mich damit vermutlich aus dem Knast geholt.\u00ab Peter prostete seinem Gegen\u00fcber zu und trank aus.<br \/>\nWenige Augenblicke sp\u00e4ter kam ein kleiner, verbeulter und an Armen und Oberk\u00f6rper bereits stark angerosteter Roboter mit einer Flasche zum Tisch und schenkte ihm nach.<br \/>\n\u00bbWar ein guter Nebeneffekt\u00ab, redete Lewandowski weiter. \u00bbAuch wenn ich nicht gedacht h\u00e4tte, dass sie es schaffen. Ich w\u00fcsste gerne, wo Alessio den Androiden herhatte, der daf\u00fcr benutzt wurde. Wir m\u00fcssen mal noch sicherstellen, dass der nicht nach Hause telefonieren kann, falls geplant ist, ihn weiter einzusetzen. Aber egal. Hast du schon Pl\u00e4ne, wie du die Sache in der Uni angehen willst? Und vor allem wann?\u00ab<br \/>\n\u00bbDas mit dem Wann ist einfach. Am 3.Oktober.\u00ab<br \/>\nAuf Lewandowskis vielsagenden Gesichtsausdruck erwiderte er: \u00bbIch wei\u00df, es ist knapp. War Alessios Idee, aber ich halte sie ausnahmsweise f\u00fcr ziemlich gut. Und zum Wie habe ich zumindest eine grobe Idee.\u00ab<br \/>\nJetzt war es an ihm zu Grinsen.<br \/>\n\u00bbFunktioniert dein Implantat noch?\u00ab<br \/>\nLewandowskis Blick war f\u00fcr einen Moment erstaunt, dann wurde er nachdenklich.<br \/>\n\u00bbIch hab es ewig nicht benutzt, aber es sollte alles funktionieren. Es ist halt schon relativ alt.\u00ab<br \/>\n\u00bbWei\u00df jemand in der Uni davon?\u00ab<br \/>\n\u00bbNein. Die Operation war illegal, das kann ich dort niemandem sagen, auch wenn es f\u00fcr die Forschung nat\u00fcrlich von Interesse w\u00e4re.\u00ab<br \/>\n\u00bbWieso sind die Dinger eigentlich verboten?\u00ab<br \/>\n\u00bbIch wei\u00df es nicht genau, die Akten dazu sind unter Verschluss. Alles was ich mitbekommen habe war, dass in den 2030er Jahren eine Zeit lang damit ziemlich viel Schindluder getrieben wurde. Manipulation und Betrug, daraufhin wurden sie als gef\u00e4hrlich eingestuft und vom Markt genommen.\u00ab<br \/>\n\u00bbUnd wie stellst du dir meine Aufgabe bei der ganzen Nummer vor? Was soll ich mit meinem Implantat machen?\u00ab<br \/>\nAm Tisch hinter ihnen knallte einer der M\u00e4nner seine Karten auf den Tisch und fing an schallend zu lachen. Die darauf folgende stark alkoholisierte Diskussion wurde so laut, dass Peter sich zu Lewandowski hin\u00fcber lehnen musste, um die Antwort nicht br\u00fcllen zu m\u00fcssen.<br \/>\nIn knappen Worten erkl\u00e4rte er Lewandowski seinen Plan.<br \/>\nAm Schluss blickte dieser ihn ernst an. \u00bbKlar kann ich den \u00dcberblick behalten, Polizei und alles andere auch, aber f\u00fcr die Nummer drinnen brauchen wir Lisa-Marie oder jemanden, der genauso gut, genauso schnell und genauso flexibel ist.\u00ab<br \/>\nEr warf Peter einen forschenden Blick zu.<br \/>\n\u00bbIch wei\u00df. Und wir k\u00f6nnen uns nicht zu viele Mitwisser leisten. Aber selbst wenn wir sie aus dem Knast kriegen, d\u00fcrfte das kein Spa\u00df mit ihr werden.\u00ab<br \/>\nDie Diskussion der Pokerrunde hinter ihnen war kurz davor, in eine handfeste Kneipenschl\u00e4gerei auszuarten.<br \/>\n\u00bbWenn die noch mehr L\u00e4rm machen kommen bald die Cops und machen den Laden f\u00fcr immer dicht.\u00ab, sagte Peter.<br \/>\nEiner der M\u00e4nner sprang auf und lie\u00df blitzschnell ein Messer aufschnappen. Er dr\u00fcckte es dem, der eben noch so laut gelacht hatte an die Kehle:<br \/>\n\u00bbZeig mal, was du da im \u00c4rmel hast.\u00ab<br \/>\nDer Gefragte versuchte noch seinen Arm wegzuziehen, doch der Mann mit dem Messer griff zu und zog eine Spielkarte hervor. Die beiden br\u00fcllten aufeinander ein.<br \/>\n\u00bbIch glaube es wird Zeit zu gehen\u00ab, sagte Lewandowski.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen wundersch\u00f6nen guten Tag, hier kommt der vierte Teil meiner neuen Erz\u00e4hlung, diesmal allerdings vorerst nur im PDF-Format. Wenn weitere Formate (speziell Ebooks) gew\u00fcnscht sind, schreibt mir eine kurze Mail oder einen Kommentar, das l\u00e4sst sich machen. 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